Grundlagen des Taekwondo


Der innere Wert von Taekwondo

Taekwondo - mehr als eine Bewegungskunst
Taekwondo ist der physische Ausdruck des menschlichen Überlebenswillens und darüber hinaus eine Tätigkeit, mit deren Hilfe die geistigen Ziele eines Menschen erfüllt werden können. Grundsätzlich entspringen alle Bewegungen im Taekwondo dem menschlichen Selbsterhaltungstrieb und - verteidigungswillen. Mit wachsenden Bedürfnissen wurden weitere positive Elemente in das Taekwondo aufgenommen. Diese führen schließlich, in einem letzten Stadium der Perfektion, zur Überwindung des Ego, wodurch dieser Sport eine philosophische Dimension erhält.
Geistige Bedeutung

Solange ein Mensch sich guter Gesundheit erfreut, verfügt er über eine umfassende Tatkraft. Ein schlechter Gesundheitszustand hingegen wird die Arbeitslust lähmen. Enger als mit dem Intellekt ist dieser Impuls mit dem Gefühl verbunden, und zudem korrespondiert er auch mit der Ethik eines Menschen.
Taekwondo aktiviert Energien in jedem Organ, entwickelt die Muskeln und stimuliert das Gehirn, wodurch die Willenskraft im weitesten Sinne gestärkt wird. Bloßes Überleben macht den Menschen nicht glücklich, er sehnt sich nach einem kraftgebenden, guten Lebensinhalt. Deshalb kultiviert Taekwondo die Willenskraft durch die Vereinigung körperlicher und geistiger Aktivitäten.
Auch der menschliche Körper unterliegt den physikalischen Gesetzen und ist insofern eine Maschine, die wächst, sich weiterentwickelt und bewegt. Diese "Maschine Mensch« verrichtet ihre Arbeit, indem sie für die verschiedenen Zwecke ihre Haltung in eine jeweils brauchbare Lage verändert. Im geistigen Bereich heißt das: Die >,Maschine<, denkt, sie hat eine Idee und ersinnt Lösungen in einer Art geistigem Training.
So erklärt es sich auch, daß ein Mensch als Ganzes schwerlich gesunde Gedanken hervorbringen kann und über eine einwandfreie Vorstellungsgabe verfügt, wenn er sich nicht gleichzeitig physisch wohl fühlt.
Es gibt eine leichte Form der Sportausübung und es gibt den Hochleistungssport. Letzterer fördert einen starken Kampfgeist und Selbstvertrauen, während leichtere Sportaktivitäten lediglich den Kreislauf günstig beeinflussen.
Taekwondo formt den Charakter zu einem starken Geist voller Spannkraft, aus dem Führungsenergien und -kräfte für alle Lebenssituationen erwachsen. Führungskraft und ein starker Leistungswille (Kampfgeist) schaften Zuversicht für jede Aufgabe, so daß man sie mit Gelassenheit und Sicherheit löst und daraus seine innere Ruhe erlangt. Wenn dieser Vorgang zur Überwindung des eigenen Ichs führt, im Sinne der Bereitschaft zu aufopferndem Verhalten, und zur gleichzeitigen Bescheidenheit, dann ist dies
~ die Basis für ein rechtschaffenes, vorbildliches Leben und
~ die Voraussetzung zur Übernahme einer Führungsposition in der Gesellschaft.
Der sportliche Wert von Taekwondo

Taekwondo ist ein physisch umfassender Sport.
Man widmet sich dem Sport aus den verschiedensten Beweggründen. Diese reichen von der Anpassung an eine Bezugsgruppe bis hin zu dem Wunsch, durch Bewegung und Fitness sein Leben zu verlängern. Die Motivation umfaßt das physische Überleben ebenso wie das Verlangen nach seelischem Gleichgewicht.
Da bei der Ausübung von Taekwondo alle Muskeln und Gelenke bewegt werden, ist es eine den ganzen Körper umfassende Sportart.
Taekwondo gibt eine Antwort auf die Herausforderungen des Lebens und ist gleichzeitig eine Richtschnur für das Verhalten gegen sich selbst und andere. Taekwondo ist ein Komplex von Stellungen und Bewegungen, bei denen systematisch und wissenschaftlich kontrolliert jeder Teil des Körpers bewegt wird. Deshalb wurde gerade dieser Sport zu einem wichtigen Mittel für die Erhaltung und Stärkung der menschlichen Lebensfunktion.
Taekwondo verwandelt Gliedmaßen in »Waffen«.
Taekwondo ist ein solch kraftvoller Sport, daß es gefährlich ist, seine Wirksamkeit an anderen Personen zu testen. Vielmehr sollte man seine Fähigkeiten nur nutzen, um einen unerwarteten Angriff abzuwehren. Denn Fäuste werden zu Hämmern, Finger zu scharfen Speerspitzen, die Handkante zu einer Messerklinge, und die Füße können die Gewalt eines Vorschlaghammers erlangen.
Um solches zu erreichen, gibt es grundlegende Wege, Faust, Hand, Bein und Fuß in der genannten Form einzusetzen. Und es gibt ganz bestimmte Bewegungen, wie diese "Körperwaffen« anzuwenden sind. Von diesen kennen wir zahlreiche Formen: schnelle Aktionsfolgen, in denen Körper und Gliedmaßen nach rechts, links oder vorwärts und zurück bewegt werden, sowohl zur Verteidigung als auch zum Angriff. Es gibt Einzelbewegungen ebenso wie festgelegte Partnerübungen, in denen Stöße, Tritte und deren Abwehr geübt werden.
Wenn die grundlegenden, vorherbestimmten Bewegungsfolgen reibungslos beherrscht werden, sind die Taekwondo Schüler bereit, den freien Kampf (Kyorugi) zu erlernen. Der Freikampf ist so gefahrvoll, daß die Kämpfer für bestimmte Körperteile eine Schutzkleidung tragen müssen.
Wie bereits erwähnt, darf Taekwondo niemals an mit dieser Sportart nicht vertrauten Personen geübt werden. Vielmehr demonstrieren Experten ihre Fähigkeiten durch das Zerschlagen von Ziegelsteinen, Dachziegeln, Hölzern oder ähnlichem. Dabei werden die Gegenstände nicht selten in die Luft geworfen und im Sprung zertrümmert.